GRÜNER ERFOLG – Großflächenparkplatz vorerst verhindert!

Asphalt statt Wald ?
B90/Grüne (KV LK Leipzig)

Eines der kommunalpolitisch in Markkleeberg am kontroversesten diskutierte Thema war zuletzt der von der Stadt seit vielen Jahren geplante Ausbau des Cospudener Hafenareals. Nicht nur sollte der Hafen selbst überarbeitet werden, sondern die Pläne enthielten auch die massive Erweiterung des Waldparkplatzes an der Hafenstraße, wofür über 1,3 ha Wald gerodet werden sollten.

Lange haben wir als BÜNDNISGRÜNE Ortsgruppe und Stadtratsfraktion dagegen gekämpft, denn die Stadt konnte die Notwendigkeit der über 200 neuen Parkplätze nicht belegen, und das millionenschwere Projekt hätte irreversible ökologische Schäden verursacht.
Unsere Position war stets klar: „Asphalt statt Wald“ darf es in der heutigen Zeit nicht mehr geben. Darum haben wir uns konstruktiv gegen den überdimensionierten Parkplatzbau eingesetzt: Mit unzähligen Diskussionen in den Ausschüssen und dem Stadtrat, Presseartikeln, einer Petition mit über 3000 Unterschriften, einer großen Demonstration mit über 400 Teilnehmenden im Oktober 2025 und einem Informationsforum im April 2026 haben wir unsere Position öffentlich deutlich gemacht und zahlreiche umweltfreundlichere und zeitgemäße Alternativvorschläge vorgestellt.

Dieser Einsatz hat sich nun ausgezahlt: Die Stadtverwaltung hat zugesagt, viele unserer Alternativmaßnahmen umzusetzen: Zum einen wird das Zöbigker Wohngebiet in eine kostenpflichtige Parkzone mit Anwohnerparken umgewandelt, um den Parkdruck in der Siedlung zu verringern und die PKWs auf die Parkplätze zu lenken. Außerdem kann dadurch Falschparken in Zukunft stärker sanktioniert werden. Weiterhin wird ein modernes Parkleitsystem inklusive Anzeigetafeln mit aktuellen Auslastungszahlen eingeführt, sodass Autofahrer gezielt freie Parkplätze ansteuern können. Das verringert den Parksuchverkehr, der insbesondere im Mühlweg problematisch ist, und erhöht die Wahrnehmbarkeit des bisher wenig genutzten Waldparkplatzes an der Hafenstraße. Die Stadt hatte eigentlich fest geplant, Teile der Harth für Reisebusstellplätze zu roden. Stattdessen wird nun aber unser Vorschlag umgesetzt, der vollständig auf einen Waldeingriff verzichtet: Reisebusse sollen in Zukunft entlang der kaum genutzten Straße im Gewerbegebiet Zöbigker „An der Harth“ abgestellt werden. Das bringt zusätzlich den Vorteil mit sich, dass die auch im Stand lauten Reisebusse nicht die Anwohner und Seebesucher im Hafengebiet stören. Zu guter Letzt wird die Stadt auch in Verhandlungen mit Aldi einsteigen, um eine Mitnutzung von deren Parkplatzes an Sonn- und Feiertagen zu erreichen. Dies würde ohne zusätzliche Versiegelung mehr Stellplätze an Tagen mit durchschnittlich hoher Auslastung schaffen und zusätzlich die (Verkehrs-)Belastung direkt am Hafen senken, da Besucher über den am Aldi-Parkplatz beginnenden Abendweg direkten Zugang zum nördlicheren Teil des Ostrandes erhalten.

Der Stadtrat hat außerdem beschlossen, den eigentlichen Parkplatzausbau in mehrere gestaffelten Phasen zu unterteilen. Phase 1 enthält nur eine geringe Stellplatzerweiterung und Waldrodung, mit Phase 4 wäre der 1,3 ha große Neubau komplett. Das Gute ist: Die Notwendigkeit jeder Phase muss durch Verkehrsgutachten untersucht werden und die Umsetzung anschließend jeweils vom Stadtrat beschlossen werden. Das bedeutet: Wenn die vor Phase 1 umgesetzten oben genannten Maßnahmen ihre Wirkung entfalten, wird es keinen Parkplatzausbau geben.

Wichtig zu verstehen ist, dass die BÜNDNISGRÜNE Fraktion im Markkleeberger Stadtrat dem Plan zum phasenweisen Ausbau zugestimmt hat, weil er eine Staffelung und erneute intensive Prüfung des Parkplatzausbaus vorgibt. Das macht es wahrscheinlich, dass eine tatsächliche Umsetzung des Vorhabens aufgrund der Wirksamkeit der vorangehenden Alternativmaßnahmen nicht stattfinden wird. Den Bebauungsplan selbst hat unsere Fraktion jedoch abgelehnt, weil er den rechtlichen Grundstein für den vollumfänglichen Parkplatzausbau legt. Die Umsetzung des Vorhabens ist, wie oben erläutert, mit dem Bebauungsplan nicht beschlossen und zunächst an den „Phasenplan“ geknüpft. Theoretisch kann dieser Plan in Zukunft aber durch einen einfachen Stadtratsbeschluss aufgehoben und eine Umsetzung der Bebauung ebenso „einfach“ in Kraft gesetzt werden. Das bedeutet: Auch wenn wir definitiv einen Erfolg zu feiern haben, ist die Gefahr nicht gebannt. In den nächsten Jahren ist der Wald sicher. Auf lange Sicht müssen wir aber wachsam bleiben. Das tun wir als BÜNDNISGRÜNE in Markkleeberg in jedem Fall.

Wir danken Ihnen und euch allen für die bisherige Unterstützung bei diesem wichtigen Thema, insbesondere auch unseren Mitstreitern beim Team Zukunft, dem Ökolöwen und MKB.

Haben Sie zum Thema „Waldparkplatz“ noch Fragen und Anmerkungen? Kontaktieren Sie uns gern unter markkleeberg@gruene-landkreis-leipzig.de