2. Februar 2026 – PRESSEMITTEILUNG
Naunhof/Landkreis Leipzig. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke im Landkreis Leipzig starten die gemeinsame Kampagne „Rückenwind für Naunhof – Zukunft verhindern? NEIN!“. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger von Naunhof über den anstehenden Bürgerentscheid am 1. März 2026 sachlich zu informieren und für ein klares NEIN zu werben.
Am 1. März werden die Naunhoferinnen und Naunhofer gefragt, ob die Stadt alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen soll, um Windenergieanlagen auf dem Gemeindegebiet zu verhindern. Diese Fragestellung suggeriert Handlungsspielräume, die so nicht existieren. Ein pauschales JA würde der Stadt dagegen wichtige Gestaltungsmöglichkeiten nehmen.
Die Initiative informiert unter www.rueckenwind-fuer-naunhof.de über die rechtlichen Rahmenbedingungen und zeigt auf, warum eine konstruktive Mitwirkung der Stadt mehr erreicht als eine Totalverweigerung
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Konstruktiv mitgestalten statt blockieren
Windenergieanlagen unterliegen strengen Vorgaben beim Umwelt- und Immissionsschutz, die von den Genehmigungsbehörden unabhängig von kommunalen Beschlüssen geprüft werden müssen. Die Mitwirkung der Stadt eröffnet jedoch Gestaltungsspielräume: bei der genauen Standortwahl, bei Abständen und bei Modellen der Bürgerbeteiligung.
Finanzielle Chancen für Naunhof
Das sächsische Energieertragsbeteiligungsgesetz garantiert Kommunen zwischen 20.000 und 40.000 Euro pro Windenergieanlage und Jahr. Diese Mittel könnten in Naunhof für den Erhalt des Waldbades, den Neubau der Turnhalle der Grundschule, die Kulturwerkstatt und die Bibliothek eingesetzt werden. Die Hälfte der Einnahmen muss dabei in den direkt betroffenen Ortsteilen verwendet werden.
Superprivilegierung bei verfehlten Flächenzielen
Sachsen muss bis Ende 2027 mindestens 1,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie ausweisen. Werden diese Flächenziele nicht erreicht, greift die sogenannte Superprivilegierung des Bundes. Diese würde auch die sächsische 1000-Meter-Abstandsregelung außer Kraft setzen. Eine kommunale Blockadehaltung beschleunigt genau dieses Szenario und beraubt die Gemeinden jeglicher Einflussmöglichkeiten.
Christian Müller, Kreisverbandssprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Die Ablehnung dieses Bürgerentscheids durch unseren Grünen Stadtrat war richtig. Der Entscheid kann Bundesrecht nicht aushebeln, im Gegenzug beraubt sich Naunhof bei Annahme des Entscheids aber eigener Gestaltungsmöglichkeiten.“
Sachsens früherer Energieminister Wolfram Günther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdL) betonte bereits zur kommunalen Beteiligung an der Energiewende: „Städte und Gemeinden verdienen jetzt verbindlich und gesichert an der Energiewende mit.“ Die regionale Wertschöpfung werde gestärkt, die Menschen vor Ort profitierten unmittelbar.
Veranstaltungshinweis
Am 25. Februar 2026 um 18:30 Uhr laden Die Linke und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu einem Bürgergespräch in den Bürgersaal Naunhof ein. Als Gäste sprechen Marco Böhme (Vorsitzender Die Linke Sachsen) und Thomas Löser, MdL (energiepolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).
Weitere Informationen: www.rueckenwind-fuer-naunhof.de